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Wie funktioniert Mediation ? - die drei Geheimnisse
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  | Die Mediation beruht auf einem einfachen Prinzip: eine Gespräch zwischen den Beteiligten (wieder) möglich zu machen. Dies ist Aufgabe des Mediators.
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  | Nehmen wir das Beispiel einer gescheiterten Ehe: Dinge, die man früher wortlos geregelt hat, werden plötzlich zu einem Streitpunkt. Wenn früher der Mann mit den Kindern unterwegs war und im Stau stand, rief er an und sagte Bescheid, dass er später kommen würde. Nach der Trennung vergißt er in solchen Situationen komplett, dass er ein Handy hat. Für sie ist eine fünfminütige Verspätung ein Beispiel absoluter Verantwortungslosigkeit, das die sofortige Entziehung der elterlichen Sorge erfordert.
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  | Die gute Empfehlung, doch mal vernünftig miteinander zu reden, verschlimmert häufig den Konflikt: da es in der Ehe schon genügend dieser "guten" Gespräche gegeben hat, die alle nach dem gleichen Schema abgelaufen sind, ist das Scheitern vorprogrammiert und anschließend alles noch etwas schlimmer.
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  | Geht die Sache vor Gericht, wird erst einmal von den Anwälten schriftlich vorgetragen: die Erregung über diese Lügengeschichten der anderen Seite steigert den Konflikt noch mehr.
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  | Im Gerichtstermin denken Richter und Anwälte nur daran ( ich übertreibe jetzt ein wenig), wie sie diese beiden Verrückten zur Raison bringen können, die die geistige Gesundheit ihrer Kinder mit ihrem irrationalen Streit gefährden. Die ganzen Geschichten, die der Richter ja schon gelesen hat, will er gar nicht hören. Der Versuch, dem Richter darzulegen, warum die Gegenseite so entsetzlich sei, wird abgeblockt mit der Begründung, man rede hier über Besuchsrecht und nicht den miesen Charakter des anderen und das gehöre nicht zum Thema. Es wird an die Vernunft plädiert und wenn das nicht hilft, gedroht ( Entziehung der elterlichen Sorge ) und schließlich ein Vergleich gezimmert, dem beide zähneknirschend zustimmen. Schon bei Verlassen des Gerichtssaals wird darüber nachgedacht, wie man diese Scharte auf einem anderen Gebiet auswetzen kann. Auf Wiedersehen beim nächsten Mal.
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  | Einzig als Anwalt kann man dem vielleicht etwas abgewinnen nach dem Motto: neues Verfahren, neue Gebühren. Den Interessen der Beteiligten dient es nicht. Und den Anwalt, der nicht im Laufe seines Berufslebens zum kompletten Zyniker geworden ist, befriedigt dieses Ergebnis nicht. Wer glauben sollte, dieser Fall sei rein fiktiv, frage jeden beliebigen Anwalt oder Familienrichter oder ein paar Leute in seiner Bekanntschaft.
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  | In der Mediation läuft dies anders: der Mediator weiß, dass hier nicht ein Rechtsproblem vorliegt, sondern ein menschliches Problem zweier Eltern, die aus ihrem Konflikt nicht von allein herausfinden.
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  | Er hört sie deshalb an. Das ist das erste Geheimnis der Mediation: der Mediator hört wirklich zu. Er gibt sich sichtbar Mühe, wirklich zu verstehen. Er weiß nicht von vorneherein alles besser.
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  | Jeder kennt das von sich selbst: in einem Konflikt von einem sympathischen Menschen wirklich angehört worden zu sein, es "losgeworden" zu sein, führt häufig dazu, dass man seinen Groll vergißt und dem anderen wieder entgegenkommen kann. Man kann das in jedem Kinderzimmer zwischen Geschwistern beobachten: Das Kind erzählt das Vorgefallene seiner Mutter und dann kann es plötzlich wieder mit dem Geschwister weiterspielen.
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  | Das zweite Geheimnis der Mediation: Der Mediator bringt die Streitenden dazu, wieder miteinander zu reden. Dies geschieht nicht durch irgendwelche Appelle an die Vernunft wie bei Gericht, sondern dadurch, dass sich die Streitenden an Ihre gemeinsamen Interessen erinnern. Es geht nicht mehr um Positionen, darum, wer recht hat oder nicht, sondern darum, ob es im Interesse von Eltern sein kann, ihre Kinder in bettnässende Schulversager zu verwandeln.
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  | Das dritte Geheimnis der Mediation: Anschließend hilft der Mediator den Eltern, eine zukunftgerichtete Lösung zu finden: Es wird nicht über die Vergangenheit geurteilt, sondern selbstbestimmt und gemeinsam für die Zukunft vereinbart. Diese Vereinbarung wird halten, weil sie nicht unter Druck zustandegekommen ist, sondern die Interessen beider Beteiligter wiederspiegelt.
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